LEITBILD/LEITZIELE

  LEITBILD
   
Für uns gehört Andersartigkeit zur Vielfalt und Bereicherung unseres Lebens. Daher setzen wir uns dafür ein, dass behinderte und nicht behinderte Kinder miteinander und nicht nebeneinander leben und sich in allen Bereichen ergänzen.
Auch die Eltern sollen sich mit den Freuden und Leiden, die sie mit ihren Kindern erleben, bei uns aufgehoben fühlen.
  LEITZIELE
   
  Unser oberstes Ziel ist, dass jedes Kind sich bei uns wohlfühlt.
  • Jeder wird in seiner Gesamtpersönlichkeit gesehen:
    Wir
        - akzeptieren,
        - behandeln und
        - respektieren
    jedes Kind in seiner Verschiedenartigkeit.
  • Wir schaffen Freiräume, damit jedes Kind seine individuellen Fähigkeiten entfalten kann.
  • Hier haben die Kinder die Chance, die Erfahrung der sozialen Kompetenz zu erwerben und zu erleben. Damit legen wir den Grundstein für alle weiteren Schritte in die Gesellschaft.
  • Wir bieten Unterstützung für die Entwicklung eines soliden Selbstvertrauens.

Für die tägliche Zusammenarbeit mit den Kindern heißt das, folgenden Bereichen besondere Aufmerksamkeit zu schenken: .

Auf zwei Bereiche wollen wir exemplarisch an dieser Stelle genauer eingehen:

   
Nach oben Soziale Lebenskompetenz
   
 

Die Entwicklung der sozialen Fähigkeiten ist in jedem Kind angelegt. Die Vermittlung von sozialen Lebenskompetenzen ist für unsere Einrichtung ein fortwährender Prozess, der aus dem Grundgedanken der Integration folgt. 
In dieser Gemeinschaft von gleichwertiger Partnerschaft, von behinderten und nicht behinderten Kindern, bestehen optimale Bedingungen und Möglichkeiten, Erfahrungen fürs Leben zu sammeln.
Die gemeinsame Erziehung bringt zu Tage, dass jeder bestimmte Stärken, Schwierigkeiten und Schwächen hat. 

  • Die Kinder lernen, das Verschiedenheit normal ist. Sie lernen auch gegenseitige Ängste und Hemmschwellen abzubauen und zu respektieren.

  • Sie brauchen die Erfahrung, vorbehaltlos angenommen zu werden, dann können sie auch andere in ihrer Eigenart anerkennen. 

  • Sie brauchen persönliche Entscheidungsspielräume, denn wenn sie selbst Individualität und Selbständigkeit erfahren, könne sie diese auch anderen zugestehen. 

  • Kinder brauchen Freiräume, Entscheidungs- und Orientierungsmöglichkeiten.

  • Kinder brauchen verständliche und nachvollziehbare Grenzen. Jedes Kind soll erfahren warum es bestimmte Regeln gibt und an deren Ausgestaltung mitwirken können. 

  • Jedes Kind soll soviel Hilfestellung erhalten wie es benötigt ( "hilf mir es selbst zu tun", Maria Montessori), ansonsten aber zu selbständigem Handeln ermutigt werden. 

  • Sie brauchen die Wertschätzung und die Erfahrung, dass sie selbst und ihre Leistung anerkannt wird, um daraus ein Selbstwertgefühl zu schöpfen, das wiederum die Voraussetzungen für Wertschätzung Anderer ist.

  • Wir vermitteln die Erfahrung, dass das Leben in der Gemeinschaft, auch wenn es in Form von Normen und Verantwortung dem Einzelnen Einschränkungen abverlangt, für die Entwicklung der eigenen Fähigkeit von Vorteil ist. 

  • Soziale Lebenskompetenz heißt auch Erziehung zur Konfliktfähigkeit und Kompromissbereitschaft - sich Problemen stellen, ausdiskutieren lernen und Kritik annehmen können. 

  • Das Kind erlebt die Wichtigkeit der Kommunikation, die Fähigkeit Bedürfnisse auszudrücken und wahrzunehmen und dadurch Beziehungen aufzubauen und auch sich Hilfe von anderen zu holen. 

Vieles von dem, was sie im Kindergarten lernen, tragen die Kinder nicht vorzeigbar mit nach Hause. Trotzdem haben sie hier Qualitäten erfahren, die stark machen fürs Leben: Selbstwertgefühl - Vertrauen - Geborgenheit - Verantwortung - Gemeinsamkeit - Kreativität - Entwicklung und Verwirklichung von Ideen - Konzentration und Ausdauer - Wertschätzung und Respekt.

   
Nach oben Zusammengehörigkeit/Identifizierung mit der Gruppe
   
 

Einer der am häufigsten genannten Gründe, warum Eltern sich in der Spielkiste Blumenau um einen Platz für ihr Kind bemühen, ist der Wunsch nach Kontakt zu anderen Kindern. Und zwar gerade nicht in der unverbindlichen Art, wie sie für die sporadischen Bekanntschaften auf dem Spielplatz oder durch nachbarschaftliche Beziehungen typisch sind.
Vielmehr wünschen sie sich für ihr Kind (und oft auch für sich) genau das, was wir ErzieherInnen ihnen etwa am "Tag der offenen Tür" versprechen: einen Platz in einer Gemeinschaft.
Dabei verknüpfen sie zu Recht mit der Vorstellung von dieser "Gemeinschaft" als "Kindergartengruppe" vielfältige Erwartungen:

Das Kind wird in seiner Gruppe aufgenommen. Das bedeutet,

  • dass es seinen Platz hat, 

  • dass seine Bedürfnisse von allen respektiert werden, 

  • dass es mit seinen Möglichkeiten eine Bereicherung für alle darstellt, 

  • dass andrerseits seine Beschränkungen von den anderen berücksichtigt werden.

Das Kind erlebt seinen Alltag in der Gruppe.

  • Es kann sich mit anderen vergleichen,

  • lernt gegenseitige Rücksicht und erwirbt Durchsetzungsvermögen,

  • reagiert auf Erwartungen,

  • erlebt seine Position im Verhältnis zu anderen,

  • lernt seine Handlungen in ihrer Wirkung auf andere zu beurteilen, 

  • lebt nach Regeln.

Das Kind erlebt Höhepunkte in der Gruppe.
Natürlich sind ihm viele der folgenden Beispiele schon aus seinem familiären Umfeld bekannt. Trotzdem erhalten die "Attraktionen" des Alltags einen ganz anderen Charakter dadurch, dass sie mit anderen Kindern gemeinsam erlebt werden. So wird Eine/r vielleicht vor dem Ausflug in den Tierpark begeistert erklären: "Ich war mit meiner Mama schon im Tierpark! Da kann ich euch schon vieles zeigen!" Das Kind teilt also seine Erlebnisse mit anderen, und geteilte Freud ist bekanntlich doppelte Freud!

  • Es feiert seinen Geburtstag in seiner Gruppe,

  • erlebt in der Gruppe den Bauernhofaufenthalt,

  • nimmt an Gruppenausflügen teil

  • lässt andere an besonders interessanten Erlebnissen teilhaben, indem es z.B. im Stuhlkreis davon berichtet

Das Kind wird in Krisen von der Gruppe begleitet.
Jedes Kind erlebt, dass es mit seinen Problemen nicht allein gelassen wird. Es erlebt Teilnahme bei

  • Krankheit (erhält z.B. einen Brief mit Genesungswünschen von seiner Gruppe),

  • Verlust (Scheidung, Tod, Umzug)

  • Veränderungen in der Familie (z.B. der Erwartung und Ankunft eines Geschwisters)

Das Kind wächst in der Gruppe.

  • Es wird als "Neuling" von seiner Gruppe aufgenommen und erfährt vielfältige Hilfen zur Orientierung in seiner neuen Umgebung, Hilfen zur Orientierung in seiner neuen Umgebung

  • Es erlebt, wie andere neue Kinder nachrücken und ältere Kinder die Gruppe verlassen, erfährt, dass höhere Ansprüche an es gestellt werden

  • und nimmt als Vorschulkind schließlich ein Jahr lang eine prominente Rolle ein.

Das Kind wird aus der Gruppe entlassen.

  •  Jedes Kind, ob es nun in die Schule kommt oder uns aus einem anderen Grund verlässt, wird durch ein ausgiebiges Zeremoniell von der Gruppe verabschiedet und auf seine neue Rolle eingestimmt.

So erwirbt ein/e jeder/jede die Fähigkeit zur Identifizierung mit der Gemeinschaft, indem er seinen festen Platz in der Gruppe findet. 
Gleichzeitig wird klar, dass eine Kindergartengruppe, die das alles leisten soll, in ihrer Größe eine Begrenzung nach oben finden muss. Die Zahl von 15 Kindern hat sich in unserem Integrationskindergarten als bestens geeignet zur Realisierung dieses Identifizierungsprozesses bewährt.
Hat das Kind einmal die Sicherheit in seiner kleinen Gruppe gefunden, öffnen sich ihm aus dieser Sicherheit auch die Perspektiven für eine größere Gemeinschaft: Das Kind erfährt, dass es zur "Spielkiste Blumenau" gehört.
Um dieses Gefühl für den größeren Zusammenhang zu pflegen, haben wir verschiedene feste Institutionen geschaffen, so z.B.

  • die offenen Gruppen 

  • den Singkreis

  • die gruppenübergreifende Vorschule

  • den gruppenübergreifenden Früh- und Spätdienst (7.30-8.30 Uhr / 14.00-15.00 Uhr)

  • die gemeinsamen Feste