1. Hilfe zur Selbsthilfe

Hilfe zur Sepbsthilfe Spielkiste BlumenauHilfe zur Selbsthilfe ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Selbständigkeit. So betrachten wir die von uns begleitete Erweiterung der Selbständigkeit bei alltäglichen Handlungen als Hilfe zur Selbsthilfe z.B. wie An- und Ausziehen, Umgang mit Besteck, Toilettengang oder das Gehen über die Treppe.
Ich verhelfe mir selbst dazu:

  • dass ich mich nach einem Sturz wieder aufrichte
  • dass ich in neuen Situationen reagieren und agieren will und kann
  • meine Beziehung zur Umwelt im Einklang mit meinen Bedürfnissen zu gestalten
  • meine Vorstellungen und Wünsche durch den Einsatz meiner Fähigkeiten und Fertigkeiten zu realisieren
  • zu erkennen, wann ich mir Hilfe von anderen hole

In der Spielkiste Blumenau geben wir daher Hilfe zur Selbsthilfe in der Form, dass wir die Entwicklung innerer Grundlagen zur Selbsthilfe ermöglichen und unterstützen.

1. Wir schaffen eine Atmosphäre, die den Mut des Kindes, Neues auszuprobieren, anregt und stärkt. Mit Kommentaren und Bewertungen gehen wir bewusst sparsam um. In den Psychomotorikeinheiten werden zusätzlich Raum und Zeit geboten, ohne Leistungsdruck auszuprobieren: was traue ich mir zu, um diese Grenzen zu erweitern.
Wir lassen – wenn möglich – individuelle Lösungen zu.

2. Wir schaffen Raum und Zeit, dass die Kinder eigene Fähigkeiten und Grenzen entdecken und ausleben können.
Dem Freispiel messen wir große Bedeutung zu -selbst aktiv zu sein!

Wir PädagogInnen verstehen uns nicht als Animateure

In den Gruppen gibt es eine breit gefächerte Auswahl an Spiel- und Beschäftigungsmaterial, z.B. für das Spiel im rhythmisch-musikalischen Bereich, malerisches Gestalten, für Bewegungsspiele, Rollenspiele u.v.m.

3. Außerdem geben wir den Kindern Orientierungshilfen, damit sie innerhalb eines Übungsraumes Halt und einen Orientierungsrahmen im Umgang mit anderen Menschen erwerben können.

Durch unser Vorbild und durch Regeln wie z.B. “Sag deinen Ärger dem, der dich geärgert hat!” geben wir eine Stütze bei der Konfliktbewältigung.
Die Kinder erleben bei/mit uns, dass es fürs Zusammenleben Absprachen und Vereinbarungen gibt. Kinder lernen auch, dass es manchmal notwendig und sinnvoll ist, diese nicht als absolut zu betrachten, sondern der Situation entsprechend abzuwandeln.

Wir beachten Konfliktsituationen zwischen Kindern, drängen unsere Lösungen nicht auf, sondern gewähren Zeit, dass die Kinder selbst Interessensunterschiede aufheben können. Wir Erwachsenen moderieren erst dann eine Art Konferenz, in der alle Beteiligten ihren Standpunkt sagen, wenn wir feststellen, dass die Kinder allein es nicht mehr schaffen.

4. Wir ermöglichen differenzierte Wahrnehmung und das Benennen eigener Gefühle und Befindlichkeiten und die Frage “Was muss ich tun, damit es mir besser geht?”
Z.B. in der Freispielzeit (ob drinnen oder draußen) in der jedes Kind auf sich selbst und seine eigenen Fähigkeiten zurückverwiesen wird, indem es eventuell mit Langeweile konfrontiert wird, die nur es aushalten oder beenden kann.
Bei Konflikten, die die Kinder nicht alleine lösen können, helfen wir durch gezielte Fragen herauszufinden, welche Gefühle bei den Kindern vorherrschen.

Ebenso wichtig erscheint uns, dass die Kinder lernen, ihre Gefühle zu verbalisieren
In unseren Gruppen schaffen wir einen Übungsraum, in dem die Kinder lernen können, „Nein“ so zu sagen, dass die Botschaft glaubwürdig ankommt.
Ein Stück des lebenslangen Prozesses zur Selbsthilfe haben wir die Kinder begleitet. Durch unseren Anstoß wächst die Selbständigkeit der Kinder auch von selbst weiter: Hilfe zur Selbsthilfe.

2. Altersmischung

Altersmischung in der Spielkiste BlumenauIn der Spielkiste gibt es drei altersgemischte Gruppen von Kindern ab drei Jahren bis zum Schuleintritt, wobei die Altersmischung in Einklang mit dem BEP steht (6.2.1 „Kinder verschiedenen Alters“).
Für uns überwiegen die Vorteile dieser Altersmischung:
Jede/r erlebt sich selbst innerhalb seiner Gruppe in der Rolle des Kleinen und des Großen, das Kind wird bei den vielfältigsten Übergängen innerhalb seiner Kindergartenzeit begleitet. (BEP 6.1 „Übergänge des Kindes und Konsistenz im Bildungsverlauf“)
Die Kleinen orientieren sich an den Großen, die Großen lernen, sich um kleinere Kinder zu kümmern und zu sorgen (wichtig ist dabei allerdings, die Großen nicht als „Hilfserzieher“ einzusetzen und darauf zu achten, dass die Kleinen die Großen nicht in ihren Aktivitäten behindern). Dieser Standpunkt findet sich im BEP unter den Themen „Ko-Konstruktion“ (BEP 8.2.1) und „Bilden einer lernenden Gemeinschaft“ (BEP 8.2.2.)
Die Tradition der Regeln wird durch die Älteren an die jüngeren Kinder weitergegeben
Die Arbeit mit verschiedenen Altersgruppen ist vielfältiger und eine differenziertere Herausforderung für die PädagogInnen
Auch die Altersmischung ist eine Form der Integration

Rahmenbedingungen für Qualität der Altersmischung:
Altersangemessene und differenzierte Angebote und Aktivitäten für alle Altersgruppen
In jeder Gruppe gibt es ein breites Spektrum an entwicklungsspezifischen Spielmaterialien zur Auswahl
Rückzugsräume für alle – für gleichaltrige oder altersgemischte Kleingruppen
Die Erwartungshaltung des Erziehers muss in Punkto „allgemeine Regeln“ altersgemäß angepasst sein ( Konzept 3.1.6. Regeln)

Im BEP (BEP 5.10) wird auf S. 93f unter dem Titel „Die Einrichtung als positiver Entwicklungsrahmen“ die Berücksichtigung dieser Rahmenbedingungen als besonders geeignet für die Entwicklung der Widerstandsfähigkeit (Resilienz) hervorgehoben. „Geeignete Lernumgebung“ und „Gruppenbildung“ sind die Stichworte, unter denen man unsere Überlegungen zu den Rahmenbedingungen der Gruppenbildung im BEP wieder findet.

3. RELIGIÖSE und ethische ERZIEHUNG

ReligionEthische und religiöse Bildung und Erziehung haben ihre Grundlage in der Bayerischen Verfassung (Art. 107 Abs. 1 und 2 BV). Art. 131 Abs. 2 BV legt allgemeine Bildungs- und Erziehungsziele fest. Er enthält religiöse Maximen ebenso wie ethische Maximen.

Da wir keine Familien aufgrund ihrer religiösen Zugehörigkeit ausschließen möchten und wir es als Aufgabe der Familien sehen, ihr Kind mit ihrer religiösen Einstellung aufzuklären, haben wir in unserer Konzeption keine besondere religiöse Ausrichtung.
Wir feiern einige Feste nach dem christlichen Kalender (wie z.B. Weihnachten, St. Martin, Ostern) und erzählen den Kindern die kulturellen Bedeutungen.
Ebenso vermitteln wir, dass es verschiedene Religionen gibt und versuchen diese in der Einrichtung vorhandenen Religionen mit einzubeziehen (Interkulturelle Erziehung).
Für uns sind die Empathie, die gegenseitige Wertschätzung und Anerkennung, das gemeinsame Teilen eine wichtige Eigenschaft und Orientierungsmöglichkeit um sich in unserer Gesellschaft einzugliedern, daher ist es für uns von großer Bedeutung, dass wir nicht auf eine bestimmte religiöse Richtung ausgerichtet sind.

4. Integration/Heilpädagogische Arbeit

Integration bedeutet hier „Mittendrin sein“, das räumliche Zusammenleben von Kindern mit und ohne Behinderung. Alle Vorteile der Identifizierung mit der Gruppe und des Lebens in der Gruppe kommen Kindern mit und ohne Behinderung gleichermaßen zugute. Integrationsgruppen sind zunächst Kindergartengruppen wie jede andere, es müssen aber bestimmte Punkte besonders beachtet werden:

Eine Integrationsgruppe besteht aus 15 Kindern. Davon haben 4 Kinder einen heilpädagogisch betreuten Platz.
Das Personal muss grundsätzlich hinter der Integrationsarbeit stehen. Bei uns sind pro Gruppe drei Fachkräfte eingesetzt. Unterstützt werden diese vom Fachdienst.
Von den Eltern wünschen wir uns bezüglich der Integration die Offenheit, vorurteilsfrei auf Kinder und andere Familien zuzugehen.
Bei der Alltagsgestaltung (z.B. wöchentliche Angebote und räumliche Ausstattung) achten wir sehr sorgsam auf die Gestaltung von entwicklungsfördernden Bedingungen für alle Kinder.

Eine gut strukturierte Integrationsgruppe eröffnet vielfältige pädagogische Möglichkeiten:

  • Vergleichs- und Orientierungsmöglichkeiten
    Durch die Beobachtung der anderen Kinder und die Interaktion mit ihnen erfahren Kinder ein Modell für die eigenen Möglichkeiten.
  • Gegenseitige Hilfestellung
    Wir machen immer wieder die Erfahrung, dass die Hilfe die Kinder sich gegenseitig leisten effektiv und nachhaltig ist. Hierbei werden soziale Grundfähigkeiten (z.B. Empathie, Hilfsbereitschaft, Toleranz, eigene Bedürfnisse aufschieben zu können etc.) frühzeitig angeregt.
  • Imitationslernen
    Jedes Kind kann sich durch die gemeinsame Aktivität in der Gruppe mitreißen lassen, Hierbei kann es selbst entscheiden ob es beobachten, aktiv sein oder zu einem späteren Zeitpunkt in das Geschehen einsteigen möchte.
    Das Erlebnis der Gleichbehandlung
    Jedes Kind hat die Möglichkeit sich als ein Teil seiner Gruppe zu erleben. Zu einem gelungenem Gruppenalltag gehört es dazu, sich nach seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten einzubringen, sich an Gruppenregeln zu halten und Aufgaben für die Gemeinschaft zu übernehmen.

Die Arbeit mit Kindern mit einem heilpädagogischen Förderbedarf ( § 53 SGB XII) hat ihre traditionellen Wurzeln in der Heilpädagogik.
Ein Schwerpunkt in der heilpädagogischen Betreuung ist neben dem Spiel das Ergründen und gezielte, systematische Nutzen von Förder- und Übungsmöglichkeiten im Kindergartenalltag. Einen hohen Stellenwert hat bei uns die Psychomotorik , die in Kleingruppen wöchentlich von unseren Psychomotorikerinnen durchgeführt werden.

Der Fachdienst ist in verstärktem Maß für alle Kinder mit individuellem Förderbedarf zuständig.

  • Er kümmert sich um die Zusammenarbeit (Anträge, Berichte…) mit und für den Bezirk Oberbayern (Kostenträger).
  • Er erstellt zusammen mit den jeweiligen ErzieherInnen im Kleinteam die Förderpläne.
  • Er gestaltet die Fördereinheiten für die Kinder mit individuellem Förderbedarf (50 Stunden pro Kindergartenjahr und Kind).
  • Er gestaltet die integrative Vorschulgruppe in Zusammenarbeit mit Erzieherin, die Sonderschullehramt studiert hat.
    Er arbeitet interdisziplinär

Heilpädagogische Förderung

Wir sind uns der besonderen Verantwortung für die Kinder mit heilpädagogischen Förderbedarf bewusst, sie bekommen ein besonderes, differenzierteres Aufnahmeverfahren und werden auf ihrem Weg durch unseren Kindergarten aufmerksam hinsichtlich ihrer Entwicklungsfortschritte beobachtet. In unseren Teambesprechungen veranschlagen wir mehr Zeit für die Reflexion der Arbeit mit diesen Kindern, die Elternarbeit nimmt einen breiteren Rahmen ein. Neben den Aufnahmeberichten, Zwischenberichten und Abschlussberichten, die wir an den Bezirk Oberbayern schicken, erarbeiten wir

  • halbjährliche Förderpläne,
  • ausführliche Beobachtungsbögen,
  • fortlaufende Protokolle der therapeutischen Interventionen,
  • Protokolle der Fallbesprechungen,
  • Protokolle der Elterngespräche,
  • gegebenenfalls Videodokumentationen.

Der Bezirk Oberbayern finanziert pro Kind mit individuellem Förderbedarf 50 Fördereinheiten. 40 Stunden sind für die Arbeit mit dem Kind und ca. 10 Stunden für die Elternarbeit und interdisziplinäre Zusammenarbeit vorgesehen.

Die Arbeit des Fachdienstes beginnt mit der Aufnahme des Kindes (Erstgespräch, Hospitation im Kindergarten, Anamnesegespräch, Beobachtungen des Kindes in der Gruppe). In diesen ersten Wochen findet der für die heilpädagogische Arbeit so wichtige Beziehungsaufbau statt. Das Kind wird in seiner Gesamtpersönlichkeit und Entwicklung von den Gruppenpädagogen und dem Fachdienst beobachtet und wahrgenommen. In einem sogenannten Förderplangespräch wird aufgrund der gesammelten Beobachtungen und Eindrücke der individuelle Förderplan erstellt. Dieser umfasst die individuelle Arbeit( Entwicklungsziele) mit dem Kind und die unterstützende Begleitung der gesamten Familie. Dabei wird besprochen in welchem Setting (Einzelförderung, Klein-/Gesamtgruppe) die Umsetzung der Förderziele für das Kind sinnvoll sein kann. Da in unserem Fachdienst Heilpädagogen tätig sind, sind folgende Methoden unser Handwerkzeug:

  • Heilpädagogische Entwicklungsförderung
  • Psychomotorik
  • Systemische Elternberatung

Der halbjährlich erstellte Förderplan wird mit dem zuständigen Heilpädagogen aus dem Fachdienst, einem Pädagogen aus der Gruppe und den Eltern besprochen. Die Entwicklung wird fortlaufend sorgsam beobachtet und gegebenen Falls wird das Setting oder Förderziel angepasst oder verändert.

Im letzten Kindergartenjahr begleiten wir die Eltern hinsichtlich bei Fragen zum Thema Schule. Hierbei beziehen wir bei Bedarf die Mobile Sonderpädagogische Hilfe der verschiedenen Schulen und andere Anbieter mit ein.

Alle Kinder ziehen Gewinn aus der Integrationsgruppe, dem Erleben, der Erfahrung und dem Gefühl, dass die unterschiedlichsten Persönlichkeiten gemeinsam leben können, sich gegenseitig vorwärts bringen können und Formen des täglichen Miteinanders finden können. Für uns gilt somit auch das Motto

>Es ist normal, verschieden zu sein<

Diese Erfahrung macht Kinder (und Erwachsene) toleranter, in ihrer Erlebnisfähigkeit insgesamt offener und aufnahmefähiger und führt zu einer realistischen Selbsteinschätzung.
Von diesem Verständnis der gelebten Integration her ist klar, dass hier nicht nur die Vermittlung der scheinbaren Gegensätze von behindert und nicht behindert betroffen ist, sondern auch, dass Integration für uns eine Auseinandersetzung mit allen unterschiedlichen Lebensformen in der Gesellschaft bedeutet, insbesondere auch die Integration der verschiedenen Nationalitäten und Kulturen.

5. Gesundheitserziehung

Gesundheit ist mehr als nur das Freisein von Krankheit. Nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist sie ein Zustand von körperlichen, seelischen, geistigen und sozialem Wohlbefinden (BEP S. 372).
Deshalb finden in unserer Einrichtung regelmäßige Bewegungsspiele, Psychomotorik und nach Möglichkeit Freispiel im Garten statt.
Gesundheitsaspekte die wichtig für die kindliche Entwicklung sind, werden mit den Kindern thematisiert und erarbeitet.
Z.B.:
– Jährlicher Besuch eines Zahnarztes, der zeigt, wie man gut Zähne putzt
– Regeln zur Unfallverhütung für das gemeinsame Spiel. Achten auf Andere, aufzeigen und erklären von Gefahren
– Einüben von Ritualen wie z.B. Hände waschen, in die Armbeuge husten, Nase putzen
– Projektarbeit zum Thema: „Was ist gesund und ungesund?“ Gesunde Brotzeit
– Wie ziehe ich mich der Jahreszeit entsprechend an? Adäquate Kleidung
– Ruhige und aktive Phasen bieten Bewegungsspiel, Entspannungsübungen, Raumreisen, Mandalas malen ,..
– Bewusstsein für den eigenen Körper entwickeln
– Angenehme und unangenehme Gefühle unterscheiden und Nein sagen dürfen und das Nein anderer akzeptieren
– Umgang mit Konflikten – Klärung von Streitigkeiten, über Gefühle und Bedürfnisse sprechen, Gefühlsbaromenter
– Viel rausgehen ob in den Garten, Ausflugstag in den Wald, etc.
– 1 x jährlich die Bauernhoffahrt

6. Freispiel

In unserer Einrichtung hat das Freispiel einen hohen Stellenwert und ist uns ein ganz wichtiges Instrument bei der Integration jedes Einzelnen. Deshalb findet es täglich statt. Damit die Kinder die Möglichkeit haben mit Anderen in Kontakt zu treten ist es wichtig möglichst früh in die Einrichtung zu kommen. In dieser Zeit können die Kinder die Spielpartner, Spielort und das Material selber wählen. Dabei entscheidet das Kind ob es z.B. spielen, zuschauen oder sich ausruhen möchte. Mit wem, was, wie lange und wo es spielt. Es kann sich zuerst umsehen, seine Wahl alleine treffen und auch mal Langeweile aushalten. Die Intensität und das Tempo kann es seinen individuellen Bedürfnissen, seinem Kräftehaushalt, seinen Wünschen und Fähigkeiten anpassen. Es kann sich selbst eine Aufgabe stellen oder versuchen bei Anderen mitzuwirken. Dabei wird das Kind motiviert sich verbal oder nonverbal mitzuteilen und sich mit Anderen auszutauschen.

Für uns stehen folgende Schwerpunkte im Vordergrund:

Soziale/emotionale Kompetenzen:
hier haben die Kinder die Möglichkeit
– mit anderen Kindern Kontakt aufzunehmen, Beziehungen zu knüpfen und sich in eine Gruppe zu integrieren
– zu lernen eigene Bedürfnisse/Gefühle und die des gegenüber wahrzunehmen und Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen
– ihre eigenen Grenzen und die Grenzen im Umgang anderer zu erkennen und zu respektieren
– zu lernen Frustration auszuhalten und Kompromisse einzugehen
– Konfliktsituationen eigenständig und/oder mit Hilfe eines Erwachsenen zu bewältigen
– zu lernen andere um Hilfe zu bitten und Hilfe anzunehmen

Entwicklung der Phantasie und der Kreativität:
im Freispiel werden die Rahmenbedingungen von uns geschaffen damit die Kinder selbständig
– Spiel- und Konstruktionsmaterial ausprobieren können,
– im Rollenspiel Raum und Material haben andere Situationen nachzuspielen und zu verarbeiten
– frei mit Bastelmaterialien zu experimentieren und ihre eigenen Ideen umsetzen können.
Rolle der Pädagogen im Freispiel:
Wir begleiten die Kinder im Freispiel ihrer Entwicklung entsprechend und geben, wenn nötig in z.B. Konfliktsituationen Hilfestellung. Die aktive Beobachtung stellt die Grundlage unserer pädagogischen Arbeit da (Siehe Konzeptpunkt: Beobachten und Dokumentieren). Je nach Entwicklungsstand des Kindes, passen wir unsere Rolle den individuellen Bedürfnissen des Kindes an, sind Unterstützer, Spielanbahner, Zuschauer usw.)

7. Projektarbeit

„Konzeptionell erheben Integrationskindergärten den Anspruch auf Gemeinsamkeit. So müssen auch Integrationskindergärten darüber nachdenken, wie Bildungsprozesse in der alltäglichen pädagogischen Arbeit unterstützt werden können, und zwar für alle Kinder!

Eine Möglichkeit dazu bietet die Projektarbeit. Diese Methode bietet uns wichtige Elemente,
die auch im Sinne des Integrationsgedankens umgesetzt werden können, Zugang zu Lernprozessen für alle ermöglicht,
gleichzeitig Spielraum für individuelle Erfahrungen und gemeinsame Lernmöglichkeiten bietet und schließlich wesentliche Voraussetzungen des BEP (z.B. Partizipation, ganzheitliche Erfahrungsmöglichkeiten und spielerisches Lernen) beinhaltet.

Für integrative Kindergärten bietet Projektarbeit eine weitere Möglichkeit der gemeinsamen Förderung.

Projektarbeit setzt gemeinsame Vorgehensweisen voraus:
Themen werden gewählt, die für alle beteiligten Kinder von Bedeutung sind. Aufgabenverteilung und gegenseitige Ergänzung spielt eine zentrale Rolle. Kinder mit und ohne individuellen Förderbedarf können aus ihren Erfahrungsmöglichkeiten und Lernpotentialen wertvolle Ideen, Lösungsansätze, Sichtweisen usw. zur gemeinsamen Aufgabe beisteuern.
Projektarbeit unterstützt individuelles Lernen
Jedes Kind nach seinen Möglichkeiten. In der Projektmethode sollen Kinder zu Forschern und Entdeckern werden. Der Einsatz von individuellen Ressourcen wird gefordert und damit gefördert. Jeder Beitrag ist wertvoll.“ (Michael Pfreundner, Uffing am Staffelsee, 2005)

Faustlos- Projekt

Faustlos wurde von einem multidisziplinären Team aus PädagogInnen , PsychologInnen und MedizinerInnen entwickelt. Es ist ein für den Kindergarten entwickeltes Curriculum, das impulsives und aggressives Verhalten von Kindern vermindern und ihre soziale und emotionale Kompetenz steigern soll. Es dient auch der Prävention aggressiven Verhaltens, das wesentlich aus einem Mangel an sozialen Kompetenzen resultiert, was eine konstruktive Form der Problem- und Konfliktbewältigung nicht zulässt.
Faustlos vermittelt grundlegende alters- und entwicklungsangemessene Kenntnisse und Fähigkeiten in den Bereichen Empathie, Impulskontrolle und Umgang mit Ärger und Wut.
Empathie: Faustlos versteht Empathie als ein „Set von Fähigkeiten und Fertigkeiten“, das die Fähigkeit, die Gefühle anderer wahrzunehmen, zu verstehen und zu beantworten, einschließt.

Impulskontrolle: Faustlos bezieht sich hierbei auf zwei Strategien: Interpersonelles kognitives Problemlösen und das Training sozialer Verhaltensfertigkeiten. Problemlösen erfolgt durch die Vermittlung systematischer Gedankenschritte, die in sozialen Situationen eingesetzt werden. Das Training sozialer Verhaltensfertigkeiten wie sich entschuldigen oder mitmachen, die in verschiedenen sozialen Situationen angewendet werden können.
Umgang mit Ärger und Wut: Faustlos zielt darauf ab, die Wahrnehmung der Auslöser von Ärger mit dem Gebrauch positiver Selbst-Verstärkungen und Beruhigungstechniken zu verbinden. So können Wutanfälle verhindert werden, und die Kinder haben die Möglichkeit, über den Vorfall nachzudenken, der den Ärger ausgelöst hat.

Zu diesem Projekt machten wir über das Heidelberger Präventionszentrum im Januar 2011 eine hausinterne Fortbildung und kamen zu der Überzeugung, dass Faustlos sehr gut zur Ergänzung und Verstärkung unserer pädagogischen Methoden und Ziele passt.
Im Februar 2011 starteten wir mit der Einführung dieses Projektes in unserer Einrichtung. Seitdem fließt diese Methode in unsere tägliche pädagogische Arbeit mit ein und wird vor allem während der Spielzeugfreien Zeit vertieft.

Spielzeugfreie Zeit

spielzeugfreie ZeitSpielzeugfreie Zeit ist ein Projekt, bei dem alle Spielsachen aus den Gruppenräumen ausgeräumt werden, lediglich Decken, Kissen, Matratzen und das Mobiliar bleiben im Raum.

Erstmalig wurde 1992 in einem Kindergarten in Penzberg das Projekt „ Spielzeugfreie Zeit „ durchgeführt. Mittlerweile finden sich in ganz Deutschland und im benachbarten Ausland zahlreiche Einrichtungen, die dieses Projekt aufgegriffen und durchgeführt haben.
Auch wir griffen 1995 aus aktuellen pädagogischen Diskussionen diese Anregung auf und prüften,
ob dieses Projekt für unsere pädagogische Arbeit sinnvoll wäre.
Nach intensiver Auseinandersetzung mit diesem Thema durch Fachliteratur, Videodokumentation, Fortbildung, einem hausinternen Klausurtag und zahlreichen Diskussionen in unseren Teamsitzungen, erklärten sich alle Mitarbeiter bereit, das Projekt „ Spielzeugfreie Zeit für 2-3 Monate in den jeweiligen Gruppen durchzuführen.

Weiterentwicklung und intensive Förderung der Lebenskompetenzen während des Projekts

  • Die Fähigkeit, sich verständlich zu machen und andere zu verstehen
  • Die Fähigkeit, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen, eigene Stärken und Schwächen anzunehmen und Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen
  • Die Fähigkeit, sich selbst eigene Aufgaben zu stellen, Probleme wahrzunehmen und selbst Lösungen zu entwickeln
  • Die Fähigkeit, Widersprüche und Disharmonien als unvermeidliche Bestandteile von Entwicklung anzunehmen, Misserfolge nicht vermeiden zu wollen und die Chancen zu sehen, sich selbst ins Gleichgewicht zu bringen
  • Die Fähigkeit, Beziehungen aufzubauen, sich Hilfe bei den Anderen zu holen, kollektive Lösungen zu finden.

Jedes Kindergartenjahr entscheiden wir seither wieder neu, ob die jeweiligen Gruppenkonstellationen und Gruppenphasen eine spielzeugfreie Zeit ermöglichen. Die Erfahrungen mit der Durchführung der spielzeugfreien Zeit lehrten uns, dass der sinnvollste Zeitraum dieses Projekts von April bis einschließlich Juni ist.

Somit haben die Schulkinder die Möglichkeit sich nochmals ausgiebig mit dem Kindergartenspielmaterial zu beschäftigen und sich von ihrer Spielkiste so zu verabschieden wie sie diese bei ihrem Eintritt kennen-gelernt haben.
Auch die Kinder, welche in den Sommerurlaub gehen, haben so die Möglichkeit beim Abschluss dieses Projektes teilzunehmen und mit dem neu eingeräumten Spielmaterial noch vor der Sommerpause zu spielen.

Im Verlauf des Projektes finden in der Spielkiste zwei Elternabende statt. Einer bevor die spielzeugfreie Zeit startet, um den Eltern unsere pädagogischen Überlegungen und das nötige Hintergrundwissen zu diesem Thema zu vermitteln und einer am Ende zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch. Dazwischen informieren wir Sie durch Aushänge an den Gruppen-Pinnwänden über das Tagesgeschehen.
Außerdem findet während der spielzeugfreien Zeit ein Großelternvormittag statt, an welchem die Großeltern den Kindern von ihren Spielmöglichkeiten aus ihrer Kindheit berichten. Gemeinsam mit den Großeltern probieren die Kinder diese Spiele aus.
Nach dem Gesprächskreis mit den Kindern über unser Vorhaben werden die Spielsachen gemeinsam mit den Kindern verpackt und aus dem Gruppenraum geräumt. Auch im Garten werden Spielsachen wie Sandspielzeug und Fahrzeuge nicht mehr aus dem Gartenhaus herausgeholt. So schaffen wir bewusst eine neue Spielsituation.
Die Kinder bekommen die Möglichkeit, in Absprache mit uns folgendes Material zu bekommen:

  • eine Schere
  • Klebstoff
  • pro Tag drei Blätter Papier
  • drei oder vier Farbstifte/Wachsmalkreiden
  • Wäscheklammern zum befestigen der Decken

Um diese Gegenstände einzufordern, müssen die Kinder ihre Wünsche nach ihren Fähigkeiten artikulieren und begründen.
Werden nicht vorhandene Dinge erwünscht, ermutigen wir die Kinder, andere Möglichkeiten zu überlegen.
Dadurch lernen die Kinder im Vorfeld ihre Aktion gründlich zu planen, über ihren Materialbedarf nachzudenken und alternative Methoden in Betracht zu ziehen.
In der spielzeugfreien Zeit steht nicht der Besitz und die Beherrschung des Spielzeugs im Vordergrund, sondern die Auseinandersetzung und die Beziehung zu den SpielpartnerInnen und zur Gruppe. Nun kommt es hauptsächlich darauf an, den eigenen Einfallsreichtum für neue Spiele zu aktivieren, die Fähigkeit zu entwickeln, andere Kinder zu begeistern und sich in die Spielideen anderer einzubringen. Hier einige Beispiele von gemeinsam entwickelten Spielideen während dieser Zeit, wodurch schnell die gesamte Gruppe mit einbezogen wurde :
Zirkusvorstellung, Rockband Konzert, Schiffsreise, Bewegungsparcours durch den Gruppenraum, Urlaubsreise mit dem ICE, S-Bahn-Fahrt.
Jetzt ist genügend Zeit vorhanden andere zu beobachten. Das einfache Spiel mit wenig Material und das Rollenspiel bekommen einen anderen Stellenwert. Kinder, welche vorher ignoriert oder nicht beachtet wurden, können mehr gesehen werden.
Somit wird die Integration der Kinder in die Gruppe durch diese Spielzeugfreie Zeit zusätzlich verstärkt.

Es kommt immer wieder vor, dass ein Kind nicht weiß, was es machen soll, es sich beklagt, dass ihm langweilig ist und es deswegen vielleicht nicht in den Kindergarten möchte.
Hierfür ist es wichtig, den Kindern zu vermitteln, dass „lange Weile“ spüren und aushalten können etwas Wichtiges ist. Es kann schön sein zu faulenzen, nichts zu tun, vor sich hin zu träumen, irgendwo zu stehen und einfach zu beobachten.
Oftmals entstehen gerade in solchen Momenten neue Ideen wie z.B. Ameisenforscher, Fliesenhüpfen, Fische fangen mit den Hausschuhen, Sternengucker, Wetterforscher.
Die Kinder haben nun noch mehr die Möglichkeit, selbst Experimente durchzuführen mit dem Risiko, dass auch mal etwas nicht auf Anhieb gelingt, ohne von den Erwachsenen in eine vorstrukturierte Gedankenbahn gelenkt zu werden. Auf diese Weise wird den Kindern Kreativität, Mut Risiken einzugehen, Frustrationen aushalten zu können und zu erleben und die Lust am Denken geweckt.
Geburtstagsfeiern der Kinder, tägliche Gesprächskreise, Vorschule, Psychomotorik, Singkreis, Logopädie, Heilpädagogische Förderstunden finden in dieser Zeit wie üblich statt.
Ausflugstage bleiben, aber werden überwiegend in der Natur stattfinden.
Die Brotzeit können die Kinder je nach ihrem Hungergefühl gleitend machen( 9.30 – 11.00 Uhr) und das Mittagessen findet wie gewohnt um 12.30 statt.

Den Abschluss des spielzeugfreien Projekts bildet das gemeinsame Einräumen des Spielmaterials.
Die einzelnen Gruppen besprechen, welches Spielzeug zuerst eingeräumt wird. So kommt das Spielmaterial nach und nach in die Gruppenräume zurück. Spielzeug, welches von den Kindern nicht verlangt wird, bleibt erstmal am Aufbewahrungsort.

Da sich Projektarbeit als sinnvolle Methode zur Ergänzung für unsere integrative Arbeit bewährt hat, werden wir immer wieder weitere Projekte durchführen, z.B. Theaterprojekt, Gesundheitsprojekt,…

8. Essensituation

Gemeinsames Essen bei uns im Kindergarten schafft Situationen in denen die Kinder Möglichkeiten des gegenseitigen Wahrnehmens, der Kontaktaufnahme und der Kommunikation haben. Diese wären bei uns in der Einrichtung: Brotzeit, Mittagessen, Geburtstagsfeiern und Feste im Jahresablauf.
Wir beginnen am Anfang des Kindergartenjahres mit der gemeinsamen Brotzeit in den Gruppen, damit die Kinder den Ablauf kennenlernen. Im Laufe des Jahres entscheidet jede Gruppe für sich wann die gleitende Brotzeit eingeführt wird. In dieser können die Kinder in einem bestimmten Zeitrahmen, der während der Freispielzeit stattfindet, den Zeitpunkt und das Tempo frei nach ihren Bedürfnissen wählen. Sie entscheiden: Wann habe ich Hunger? Wann unterbreche ich das Spiel? Mit wem möchte ich gerne am Tisch sitzen und gemeinsam essen? Wir Pädagogen achten darauf, dass jedes Kind die Möglichkeit hat, Brotzeit zu machen. Uns ist es wichtig den Kinder ein Bewusstsein für eine gesunde und ausgewogene Ernährung zu schaffen. Unsere Einrichtung nimmt am europäischen Schulobst und Gemüseprogramm teil, daher bieten wir zusätzlich Obst und Gemüse an. Durch das Mitbringen des eigenen Essens in Brotzeitdosen versuchen wir unseren Beitrag zum Umweltschutz zu leisten und das Bewusstsein der Müllvermeidung an die Kinder weiterzugeben.
Die Kinder sind in die Abläufe bei den Essensituationen mit eingebunden in dem sie den Geschirrwagen aus der Küche holen, den Tisch decken oder das Geschirr z.B. bei der Brotzeit wieder abräumen. Dadurch lernen die Kinder Verantwortung für sich und die Gemeinschaft zu übernehmen.
Beim gemeinsame Mittagessen sitzen und essen wir Pädagoginnen mit den Kindern zusammen an einem Tisch. Dieser Zeitpunkt wird oftmals für intensive Gespräche nutzen und somit das Gefühl der Zusammengehörigkeit nochmal gestärkt.

9. Gezielte Angebote

Gezielte AngeboteEin gezieltes Angebot ist eine Beschäftigung mit einer Anzahl von Kindern oder der ganzen Gruppe die bestimmte Themen oder Förderbereiche behandelt, wobei die ErzieherInn das Vorhaben, die Durchführung, den Ort und das angestrebte Ziel plant. Gezielte Angebote sind für Kinder um ihnen und ihren Bedürfnissen entgegenzukommen; ihren Wissensdrang zu stillen; ihren Interessen und Neigungen zu entsprechen; sie gezielt und spielerisch zu unterstützen und zu fordern.
Ebenso erweitern wir mit dieser Methode ihren Wissens- und Erfahrungshorizont in den Bereichen:

  • Kunst
  • Musik
  • Bewegung, Rhythmus
  • Naturwissenschaft und Technik
  • Sprache
  • Umwelt und Kultur

Die Gründe, welches Angebot ausgewählt wird, ergeben sich aus dem aktuellen Rahmenthema, aus der momentanen Gruppensituation oder aus dem individuellen Lebensumfeld. Gezielte Angebote können auch zur Vorbereitung (Vergleiche BEP 6.1 Übergänge) und Nachbearbeitung bestimmter Ereignisse (Bauernhof, Verkehrserziehung, Feste) angeboten werden.
Das Verarbeiten von Erlebtem und von Problemen ist durch gezielte Angebote möglich, z.B. das Nachspielen des besuchten Theaterstücks oder ein Vorlesebuch mit Probleminhalt. Gezielte Angebote bedeuten für uns auch ein situationsorientiertes Arbeiten. Gibt es ein Thema, das die Kinder der Gruppe zurzeit besonders beschäftigt, greifen wir es auf und vertiefen gegebenenfalls die Thematik.

10. Psychomotorik

PsychomotorikJeder, der Kinder in ihrer Entwicklung und Reifung beobachtet wird sehen, wie existenziell wichtig Bewegung ist (und seien es auch nur minimale Augenbewegungen, um Blickkontakt herzustellen). Diesen Umstand liegt auch der BEP Rechnung und widmet der Psychomotorischen Förderung (in Folge als PM abgekürzt) ein eigenes Kapitel unter dem Motto „Starke Kinder“ (siehe BEP Seite 358)
PM basiert historisch auf der Methode „Erziehung durch Bewegung“ die in Deutschland erstmals 1955 beschrieben wurde

1. Psychomotorik ist ein ganzheitlicher Förderansatz

Ausgangspunkt ist das Wissen um den engen Zusammenhang von Wahrnehmen, Bewegen, Erleben und Handeln. Durch freudiges Spiel und begeistertes Agieren werden personale Kompetenzen erweitert und wie folgt verstanden:
Körper-/Ich Kompetenz (siehe BEP Seite 55,60)
Steht als Begriff dafür sich und seinen Körper besser wahrzunehmen und motorische Fähigkeiten zu verbessern. Die Anregung der Lernbereitschaft, Ausdauer und Konzentration sind ebenso einbezogen wie die Entwicklung der schöpferischen Kräfte.
Material-/Sachkompetenz (siehe BEP Seite 58)
Erweitert sich, wenn Kinder die gegenständliche Umwelt mit den verschiedenen Sinnen erfahren und begreifen. Diese Differenzierung des Wissens über die Welt befähigt schließlich zu selbständigem Handeln.
Soziale Kompetenz (siehe BEP Seite 61)
Hat als Grundlage den Aufbau von positiven Selbstwertgefühl und Eigenverantwortung. Zusammen mit kommunikativen Fähigkeiten ermöglichen sie demokratische Teilhabe und differenziertes Handeln in der Gruppe.

2. Psychomotorische Förderung

Psychomotorische Förderung kann jedem Menschen helfen, sich in seiner Persönlichkeit zu entfalten und zu entwickeln. Deshalb kommt im Verlauf seiner Kindergartenzeit jedes Kind einmal in den Genuss der Psychomotorikgruppe.
Durch die Psychomotorische Förderung wird den Kindern die Gelegenheit zur intensiven Wahrnehmung und Bewegungsfähigkeit und dem sozialen Miteinander geboten.

3. Prinzipien der Psychomotorik

Ganzheitlichkeit
Selbsttätigkeit
Freiwilligkeit
Individualität
Eigenverantwortlichkeit
Flexibilität und Offenheit
Lebensnähe
Kindgemäßheit
Verzicht auf Leistungsdruck und Leistungsvergleich
Dialog, Beziehung zwischen Kindern untereinander und dem Erwachsenen
Vertrautheit
Spiel

4. Praktische Durchführung

Psychomotorische Einheiten finden in festen Gruppen statt. Die Gruppen bestehen aus je 4-6 Kindern und treffen sich 1x wöchentlich für 60 Minuten im Turnraum. Nach einem halben Jahr werden neue Gruppen zusammengestellt.

Nach intensiven Beobachtungen und Abstimmung mit den ErzieherInnen werden Ziele und inhaltliche Schwerpunkte der Gruppen, den Bedürfnissen der Kinder entsprechend, vereinbart. So können Schwerpunkte sein: Sozialerfahrung, Eigenwahrnehmung, Sprache, Stärkung der motorischen Basiskompetenzen wie Krafteinsatz – Kraftdosierung, Körperwahrnehmung.

Als Halt und Orientierung für die Kinder ist der Stundenaufbau immer gleich:

A) Begrüßung
„Eisbrecher“- Kommunikation – Kontakt
(viele Kinder wollen etwas erzählen)
Erarbeitung des gemeinsamen Stundenthemas
B) Extensive Phase
Kinder sollen hier ihre „Kräfte loswerden“ (z.B. durch Fangspiele) und mit anderen Gruppenteilnehmern in Kontakt kommen
C) Intensive Phase
Kindern wird Zeit und Raum gegeben sich mit dem Thema zu beschäftigen und sich dem Spiel zu widmen.
z.B. Materialerfahrung – Luftballons, Sozialerfahrung – z.B. Piraten, Elfen, Feuerwehr
D) Wertschätzungsphase
Möglichkeit für die Kinder, gegenseitig zu präsentieren, womit sie sich beschäftigt haben
E) Kindgemäße Entspannung
Kinder erleben hier verschiedenste Zugänge zu ihrem Körper und erfahren, dass Entspannung nicht nur anstrengend, sondern gut tun kann. (Waschstraße, Schildkrötenspiel, Luftmatratze)
F) Verabschiedung
Ausklang mit Rückmeldung und Reflexion der Stunde

11. Singkreis/Musikerziehung

Im BEP hat, wie bei uns, Musik und musikalische Erziehung einen hohen Stellenwert (BEP 7.9).
Ein fester Bestandteil unserer pädagogischen Arbeit ist der Singkreis, der an einem festen Wochentag für eine halbe Stunde in unserem Turnraum stattfindet.
Alle Kinder der 3 Gruppen samt Betreuern finden sich hier zusammen, um gemeinsam zu singen begleitet von Gitarrenklängen.
Das Repertoire reicht von ausgewählten Liedern passend zur Jahreszeit bis hin zu altbekannten Kinderliedern.
Geburtstage, sowohl von Kindern als auch von Teammitgliedern spielen im Singkreis auch eine Rolle. Auf einer besonderen Geburtstagsdecke werden die Kinder besungen. Das freiwillige Hochleben-Lassen auf der Decke stellt für viele Kinder einen besonderen Höhepunkt dar

Musik und Singen sind nicht nur auf den Singkreis beschränkt, sondern werden im Alltag immer wieder eingeflochten in Form von Bewegungs- und Singspielen, Fingerspielen, Reimspielen.

Verschiedene Musikinstrumente stehen für die Gruppen frei zur Verfügung und können nach Bedarf eingesetzt werden.

12. Offene Gruppen

Offene Gruppen werden grundsätzlich erst nach der Eingewöhnungszeit und abhängig von der sonstigen Situation im Kindergarten angeboten.
Die „Offenen Gruppen“ bieten den Kindern die Möglichkeit zur Erweiterung ihres Aktions- und Erfahrungsraumes. Auch Grenzen, die der eigene Mut setzt, können verändert werden.
Am Anfang steht ihm da noch ein wenig die Angst vor dem Neuen im Wege, aber mit einer begleitenden Hand gelingt schon bald der erste Schritt heraus aus der gewohnten Umgebung in ein neues Abenteuer. Wie stolz erzählen manche Kinder später bei der Brotzeit, dass sie heute zum ersten Mal allein über die Treppe in eine andere Gruppe gegangen sind.

An einem festen Tag im Wochenablauf erleben die Spielkistenkinder offene Gruppen.
Dies bedeutet erweiterte Auswahl:

a) der Spielpartner
Die offenen Gruppen bieten die Gelegenheit Kinder in den anderen Gruppen zu besuchen
Das Kind, das im Singkreis neben einem saß, kann näher kennen gelernt werden – jetzt ist die Gelegenheit dazu.

Jedes Kind hat in „seiner“ Gruppe eine Position eingenommen – eine Rolle inne. In der offenen Zeit kann das Kind aus seiner Gruppe und seiner Rolle schlüpfen und in einer anderen Gruppenzusammensetzung eine neue Rolle erproben.
b) des Gruppenraums
Jeder Raum hat seine eigene Atmosphäre, die sich auf das Kind auswirkt und es anzieht. Jeder Raum hat sein eigenes Spielangebot und bietet so neue Anregungen und Erfahrungen für die Kinder.

c) an neuen Bezugspersonen
In der Zeit der offenen Gruppen erleben die Kinder auch andere ErzieherInnen. Dies ist sonst nur kurz in der Früh, nach dem Mittagessen, im Singkreis oder im Garten der Fall. So haben die Kinder die Möglichkeit, von sich aus den Kreis von Bezugspersonen zu erweitern, wenn sie es wünschen.

Das Kind kann durch die offenen Gruppen mehr Eigenverantwortung, selbständiges Handeln und Mitverantwortung erleben. Es muss sich über seine Wünsche und Gefühle selbst klar werden und Spielgruppen selbst organisieren.
Ein beabsichtigter Effekt der „Offenen Gruppen“ besteht auch in der Identifizierung mit dem größeren Rahmen der „Spielkiste“, jenseits der kleineren, geschlossenen Einheit der Gruppe.

13. Ausflugstag

Ausflugtag im KindergartenJede Gruppe hat fest in die Woche integriert einen Ausflugstag. Um diesen Tag flexibel gestalten zu können bieten wir kein warmes Mittagessen an. Dafür bringen die Kinder zwei Brotzeiten und eine Trinkflasche in einem gut sitzenden Rucksack mit.
Unser Ausflugstag nimmt Bezug auf aktuelle Situationen der jeweiligen Gruppe:
Erkundung der näheren Umgebung stehen für uns im Vordergrund (Wald, Biotop, Spielplätze, Westpark, Pasinger Stadtpark, etc.)
Nach dem BEP: „Angesichts der veränderten Lebensbedingungen, unter denen Kinder heute aufwachsen, sollte Bewegung so oft wie möglich im Freien stattfinden. Vor allem in der freien Natur können Kinder ihren Bewegungsdrang ungehindert ausleben und vielfältige Möglichkeiten (Wiesen, Wald, Waldboden, Anhöhen, natürliche Hindernisse, Naturmaterialien, Schnee, Wasser, ect.) zum Sammeln von Wahrnehmungs- und Bewegungserfahrungen finden.“ (BEP Kap. 7.10, S.343)
Ausgewählte Besuche ( Theater, Museum, Tierpark, Ausstellungen….)
Ziele des Ausflugstages sind:

  • Sich und die Umwelt mit allen Sinnen erfahren
  • Neue Kompetenzen erwerben
  • Die Umgebung um unseren Kindergarten (Stadtteil mit seinen Einrichtungen) erkunden
  • Sich und die Gruppe in einem anderen Kontext erleben
  • Eine neue, oft nicht alltägliche Situation erleben
  • Uns gegenseitig von einer anderen Seite kennenlernen
  • Das Gemeinschaftsgefühl festigen
  • Wissenserweiterung

14. Vorschule

Ziele wie Selbständigkeit, Selbstbewusstsein, soziale Kompetenz, Selbstvertrauen stehen im Vordergrund unserer pädagogischen Anstrengungen. Die so genannte „Schulreife“ ist ein Sammelbegriff, für 3 Säulen, die ein Kind zum Übergang in die Schule befähigen.
Jedes Kind im Jahr vor der Einschulung nimmt bei uns im Kindergarten an der 1x wöchentlich stattfindenden Vorschule teil (Schulferien ausgenommen).

SOZIALE KOMPETENZ
Orientierung in einer neuen Gruppenkonstellation
Kennenlernen einer Gesprächskultur während des „Vorschulunterrichts“ (sich melden, abwarten, Zusammenarbeit in der Kleingruppe) und faires Verhalten während der Pause

EMOTIONALE KOMPETENZ
Einstellung auf neue Lernatmosphäre
Positive Einstellung gegenüber der Schule schaffen
Zutrauen in eigene Fähig- und Fertigkeiten wecken
Umgang mit Frustrationen

Vorschulische Fertigkeiten

  • Kennenlernen (vor-)schulischer Aufgabenstellungen
  • Stärkung der grob-, fein-, und graphomotorischen Fertigkeiten
  • Organisation des Arbeitsplatzes
  • Förderung der phonologischen Bewusstheit (Umgang mit Sprache)
  • Förderung mathematischer Voreinsichten
  • Förderung der visuellen und auditiven Wahrnehmung
  • Förderung der Handlungsplanung
  • Förderung der Koordinationsfähigkeit
  • Förderung der Abstraktionsfähigkeit
  • Umgang mit logischen Reihenfolgen und Zusammenhängen

Wir bauen im Turnraum eine Art „Klassenzimmer“ mit „Schulbänken“ und Tafel (Flipchart) auf.
Unsere Vorschule dauert eine Stunde mit einer kurzen Pause dazwischen. Sie wird von zwei Teammitgliedern gestaltet. Dadurch kann bei Bedarf individuell auf die Bedürfnisse der Kinder eingegangen werden.

Jedes Kind gestaltet zu Beginn eine Vorschulmappe, in der alle Übungs- und Arbeitsblätter gesammelt werden.
Die Vorschulmappe wird im Abschlussgespräch am Ende des Kindergartenjahres von den Kindern seinen Eltern präsentiert. Im weiteren Gespräch, ohne Beisein des Kindes tauschen wir unsere Erfahrungen aus der Kindergarten- und Vorschulzeit des Kindes mit den Eltern aus und machen Mut für den Übergang zur Schule.

Ganz am Ende der Kindergartenzeit machen wir mit allen Vorschulkindern eine Abschlussfahrt. Wer sich das ganze Jahr über auf den Übergang vorbereitet hat, kann sich zum Schluss auch eine anspruchsvollere Abschlussfahrt zutrauen.
Beim Schulkinderabschlussfest verabschieden sich in einer eigenen Feier die Vorschulkinder und ihre Eltern von den ErzieherInnen und ziehen so auch einen emotionalen Schlussstrich unter die Kindergartenzeit.
Wir unterstützen alle Familien bei Bedarf mit unseren Erfahrungen und unserem Wissen bei der Entscheidung der Schulwahl.

Wir regen die Zusammenarbeit mit dem MSH (Mobile sonderpädagogische Hilfen) des eventuell in Frage kommenden Förderzentrum an.

15. Feste feiern

Neben mancher lebendigen Lernerfahrung im Spiel und im Alltag hinterlassen vor allem Feste in uns Spuren. Feste feiern bedeutet für die Kinder eines der größten Erlebnisse. Sie bleiben oft Höhepunkte unserer Kindheitserinnerungen.
Neben dem alljährlichen Geburtstagsfest gewinnen da vor allem Feste im Jahreskreis große Bedeutung, wie z.B.
St. Martins- Umzug, Nikolaus, Advent, Ostern.
Nicht nur das eigentliche Fest ist von Bedeutung, sondern auch die Vorbereitungen gehören dazu.
Wichtig dabei ist uns auch die aktive Mitgestaltung der Kinder, die Freude, gemeinsam etwas zu gestalten. Gemeinsam wird überlegt, was alles zum ausgewählten Thema passen könnte und wie auch unsere Eltern dazu beitragen könnten. All diese Überlegungen, Ideen und Vorschläge fließen dann ein in die Raumgestaltung, Spielangebote, musikalische und kreative Aktivitäten (z.B. geführte Phantasiereisen zur Einstimmung)..

Als Beispiel stellen wir nun ein ganz besonderes Fest, den Geburtstag, ausführlich vor, weil dabei noch andere Aspekte eine Rolle spielen.
Schon Tage vorher ist es das Thema Nummer 1 für die Kinder:
-Der Geburtstag!-
Das Geburtstagskind wird in der Früh besonders herzlich begrüßt und auch die Kinder gratulieren. Das Kind spürt schon jetzt, dass es heute eine besondere Rolle hat, dass es heute im Mittelpunkt des Kindergartentages steht.
Das ist für einige Kinder eine neue Erfahrung, die zur Stärkung des Selbstbewusstseins und des Selbstvertrauens beitragen kann.
Bei der gemeinsamen Brotzeit wird dem Geburtstagskind wieder eine besondere Stellung zuerkannt. Es sitzt auf einem besonderen Platz, hat einen schönen Teller und darf zwischen seinen zwei Auserwählten sitzen, den „Kutschenkindern“. Das gemeinsame Essen und Singen gibt dem Kind ein verstärktes Gefühl der Gemeinschaft und Gruppenzugehörigkeit.
Das Geburtstagskind bekommt ein Gemeinschaftsgeschenk, das von den Kindern der Gruppe gebastelt und gestaltet wurde. Ebenso erhält das Kind ein Symbol für die besondere Rolle, die es an diesem Tag inne hat (z.B. eine Krone).
Das Geburtstagskind bringt keine Geschenke von zu Hause für die anderen Kinder mit. Denn im Mittelpunkt steht das gemeinsame Feiern! Dazu spendiert das Kind eine Brotzeit.
Die Kinder sollen außerdem erfahren, dass nicht nur materielle Geschenke Freude bringen, sondern auch ganz andere Dinge Geschenke sein können. So zum Beispiel das Geburtstagslied, die guten Wünsche und die Gratulationen.
Zum Abschluss der Feier darf sich das Geburtstagskind ein Spiel wünschen und so mit allen Kindern der Gruppe diesen Tag abschließen.
Im wöchentlichen Singkreis erfahren dann auch die Kinder der anderen Gruppen, wie alt das Geburtstagskind geworden ist. Alle singen für das Kind ein Geburtstagslied aus einer jeweils anderen Gruppe und zum Schluss lassen alle das Geburtstagskind dreimal hochleben. Das ist für das Geburtstagskind noch einmal etwas ganz Besonderes.
Für jedes Kind soll der Geburtstag im Kindergarten eine schöne Erinnerung sein.

Wenn die Kindergartenzeit zu Ende geht, wird in der Spielkiste auch gefeiert. Dieser Festtag, unser „Schulkinderabschlussfest“, zählt zur langjährigen Tradition in unserem Haus. Gemeinsam mit den ErzieherInnen, Eltern und den zukünftigen Schulkindern verbringen wir einen gemütlichen Nachmittag mit Spielen, Unterhaltung, Speis und Trank.

16. Kreatives Gestalten

„Kreativität kann man nicht aufbrauchen, je mehr man sich ihrer bedient,
desto mehr hat man“. (Maya Angelon)

Fantasie, Originalität und Produktivität werden sowohl beim Malen, Zeichnen, Formen, Bauen und bei Rollenspielen, sowie beim Betrachten, Interpretieren und Analysieren von Objekten, Geschichten, Erzählungen, oder Kunstwerken entwickelt.
Im Kindergartenalltag ermöglichen wir unseren Kindern, durch das frei zugängliche Angebot an verschiedenen Materialien, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. In den jeweiligen Gruppenräumen stehen verschiedene Farben wie Holz-Wachs- Filzstifte, Wasserfarben und Kreide zur Verfügung. Diverse Papiersorten, Wolle, etc. können während der Freispielzeit eigenständig zum Basteln, Schneiden, Reißen oder Knüllen genutzt werden.
Der bildnerische Ausdruck eines jeden Kindes ist so individuell wie die einzelne Persönlichkeit. Hier gibt es keine Unterscheidung in gut, schön, oder weniger gut. Alle Arbeiten sind einzigartig und spiegeln die Freude am Tun wieder. Da das Materialangebot und die Freiheit des Gestaltens jedoch manche Kinder überfordert und gelegentlich nur zur Wiederholung von bereits sicher beherrschten Bildthemen führt, geben wir Pädagoginnen in gezielten Angeboten durchaus Themen, bestimmte Gestaltungstechniken oder Arbeitsweisen vor. In diesen Angeboten werden die Kinder dazu ermutigt, mit unterschiedlichen Materialien zu experimentieren und neue unbekannte Techniken auszuprobieren. So entwickeln die Kinder im Laufe der Kindergartenzeit ein Bewusstsein für Farben und Formen. Ihr Selbstbewusstsein wird gestärkt, die soziale Kompetenz gefördert und ihre feinmotorischen Fähigkeiten werden verbessert.

17. Bauernhoffahrt

BauernhofausflugJedes Jahr gibt es die freiwillige Möglichkeit für unsere Spielkistenkinder,  für 4 Tage auf das Land zu fahren und gemeinsam Erlebnisse auf einem Bauernhof zu teilen.
Dies ist eine gute Gelegenheit zur Stärkung jener „Kompetenzen, die das Kind im Umgang mit Veränderung in seinem Leben braucht, nämlich sich auf neue Situationen einzulassen, sich mit diesen auseinanderzusetzen und sich zu verändern. Es erfährt, dass Übergänge eine Herausforderung sind und keine Belastung. Es erlangt Selbstvertrauen, Flexibilität und Gelassenheit mit Blick auf weitere Übergänge.
Aus Erfahrung wissen wir, dass diese Fahrt den Kindern großen Spaß macht und dass der Aufenthalt auf dem Land mit allen drei Kindergartengruppen ein nicht zu ersetzendes Erlebnis ihrer Spielkistenzeit ist, das den meisten lange in positiver Erinnerung bleibt.
Die Kinder haben die Möglichkeit, die Natur mit möglichst vielfältigen Eindrücken draußen zu erleben, zu erforschen und zu beobachten.
„Umweltbildung und -erziehung im Elementarbereich nimmt traditionell ihren Ausgang von der Naturbegegnung, von Erlebnissen mit Tieren und Pflanzen.

Während unseres Bauernhofaufenthalts spüren und erleben die Kinder die Weite auf dem Land. Sie können sich frei bewegen, sie müssen ihren Bewegungsdrang nicht zügeln. Sie laufen, hüpfen, springen, auf Bäume klettern, balancieren und Wiesen auf- und abrennen. Ebenso haben die Kinder 4 Tage Zeit alles auszuprobieren- ohne Termine von außen.“ Dies stärkt ihr positives Körperbewusstsein und trägt entscheidend zu ihrer Gesundheit und Leistungsfähigkeit bei.“ (BEP 7.10)
Stadtkinder kennen viele Tiere, die auf dem Land zum Alltag gehören, oft nur aus Abbildungen und Filmen. Auf dem Bauernhof bzw. auf dem Ponyhof haben sie die Möglichkeit, den Tieren hautnah gegenüberzutreten, mit all ihren Sinnen. Dürfen Kinder ein kleines Tier auf den Arm nehmen, spüren sie seine Lebendigkeit, seine Wärme und das weiche Fell, vielleicht sogar das Herzklopfen. Sie riechen den besonderen Körperduft und hören Laute und Geräusche.
Sie bekommen Einblick in die Tierpflege und machen Erfahrungen im richtigen Umgang mit Tieren.
Die Kinder erfahren, dass Tiere Wesen mit Gefühlen sind, die sie durch entsprechendes Verhalten zeigen. Kinder im Kindergartenalter sind vor allem über das Emotionale ansprechbar. „Es ist wichtig, dass die Kinder Sensibilität für alle Lebewesen … entwickeln und dabei lernen, ihr eigenes Verhalten zu überprüfen“ (BEP 5.7). Sie eignen sich das, was sie begriffen und mit all ihren Sinnen aufgenommen haben, dauerhaft und tief an. Auch soziale Kompetenzen werden während des gemeinsamen Aufenthalts auf dem Land verstärkt. Kinder übernehmen mehr Eigenverantwortung und werden mutig und neugierig, neue, eigene Handlungs- und Verhaltensmuster auszuprobieren. Die Kinder erleben das Gefühl:
„ Ich kann etwas! Ich bin stolz darauf.“ „ Ich traue mir etwas zu.“ „ Ich habe es auch ohne Eltern geschafft!“ „ Ich bin jetzt groß!“
Ihre Selbständigkeit, ihr Selbstvertrauen- und -bewusstsein sind ein großes Stück gewachsen.
„Eigenaktivität und Verantwortungsübernahme stehen daher im Mittelpunkt. Kinder, die den Umgang mit Belastungen und Veränderungen meistern, gehen aus dieser Erfahrung gestärkt hervor und schaffen günstige Voraussetzungen, auch künftige Anforderungen gut zu bestehen.“ (BEP 5.10)

Die Erfahrung, diese 4 Tage gemeinsam mit seiner Gruppe zu verbringen, mit den anderen Kindern zusammen zu übernachten und gemeinsam den ganzen Tag zu verbringen, verstärkt das Gruppengefühl. „Sich als Teil einer Gemeinschaft erleben“ ist nicht nur für uns ein wichtiges Erziehungsziel, sondern auch im BEP zu finden. Warum fahren wir gerade 4 Tage auf den Bauernhof?
Weil wir wissen und auch immer wieder erfahren, dass die Kinder für all die hier genannten Prozesse diese 4 Tage benötigen und weil wir unseren Kindern dieses schöne Erlebnis für (wenigstens) 4 Tage ermöglichen wollen.
Im Zusammenhang mit dem Bauernhof erleben die Kinder das Gefühl des Abschiednehmens und der Wiedersehensfreude. So erfahren die Kinder, wie schön es sein kann, später wieder nach Hause zu kommen, freudig begrüßt zu werden und seine vielfältigen Erlebnisse stolz mitzuteilen. Sollte ein Kind unter zu großem Heimweh leiden oder krank werden, werden die Eltern benachrichtigt das Kind abzuholen.

18. Sitzkreis

Bei uns bilden die Kinder zusammen mit den Pädagoginnen einen Kreis. Manchmal findet er auf Stühlen, auf Sitzmatten oder auf dem Teppichboden statt. Der Sitzkreis ist ein fester Bestandteil unseres Tagesablaufes.
Folgende Themen werden im Kreis besprochen: Kalender, Rahmenplan, Ausflüge, Themen der Gruppe und des Hauses, Gefühlsbarometer usw.

Ebenso nutzen wir den Sitzkreis zum gemeinsamen Abstimmen von Themen wie Faschingsthema, Spielvorschlägen,..
Jedes Kind wird hier gefordert seinen Beitrag entsprechend seines individuellen Entwicklungsstandes zu leisten. Für manche Kinder ist es schwierig in den Sitzkreis zu kommen. Wir lassen ihnen Zeit und geben ihnen die nötige Hilfestellung, um sich in diese Situation einzufinden.
Im Sitzkreis gibt es Gesprächsregeln, die wir mit den Kindern bei Bedarf immer wieder neu besprechen.